Hardware-Events
Hardware-Events dienen als Schnittstelle zwischen Visionweb und der physischen Umgebung. Sie reagieren auf eingehende Signale von Sensoren, Schaltern oder digitalen Ein- und Ausgängen und machen so externe Ereignisse unmittelbar nutzbar. Typische Anwendungsfälle sind das Starten eines Flows durch einen externen Trigger wie einen Lichtschranken-Impuls oder das Reagieren auf ein Signal aus einer SPS. Durch diese direkte Anbindung an die Hardware lassen sich Prozesse präzise steuern und in bestehende Anlagenumgebungen integrieren. Hardware-Events sind damit ein wesentliches Element, um Visionweb reaktiv und maschinennah einzusetzen.
GPIO Trigger
Der GPIO-Trigger wird wie gewohnt unter Components über das „+“-Symbol erstellt. Anschließend kann er im Kontextmenü des Event Graph ausgewählt und mit dem gewünschten Flow verbunden werden. Bei der Anlage lassen sich in den Einstellungen folgende Parameter definieren:

Beispiel GPIO - Trigger mit Delay, Debounce und reagierend auf Rising Edge
Delay Time: Definiert eine Verzögerung zwischen dem physischen Eingangssignal und dem tatsächlichen Auslösen des Events. So kann der Trigger zeitlich nachgeschaltet werden.
Debounce Time: Legt fest, wie lange nach einem Eingangssignal kein neuer Trigger angenommen wird. Diese Sperrzeit verhindert Mehrfachauslösungen durch prellende Schalter oder Störimpulse.
Signalflanke: Bestimmt, bei welcher Flanke der Trigger aktiv wird:
Rising: Steigende Flanke (GND → 24 V)
Falling: Fallende Flanke (24 V → GND)
Der aktuelle GPIO-Trigger bezieht sich auf Pin 5 der evoVIU-Kamera am 5-poligen M12-A-codierten Stecker in Bezug zur Masse. Dadurch können externe Systeme zuverlässig ein Signal an die Kamera übergeben, das direkt einen Workflow auslöst.

Im dargestellten Beispiel reagiert der Flow auf ein Signal mit steigender Flanke (GND → 24 V). Nach dem Anlegen des Signals wartet der Flow zunächst ca. 100 ms (Delay Time), bevor der Event tatsächlich ausgelöst wird.
Kommt innerhalb von 200 ms (Debounce Time) ein weiteres Signal, wird dieses ignoriert. Erst nach Ablauf der Debounce-Zeit können neue Trigger berücksichtigt werden.
Die Werte für Delay und Debounce sind in Millisekunden einstellbar und können beliebig hoch gewählt werden. So lässt sich die Debounce-Time auch über mehrere Sekunden oder sogar Minuten definieren, um ein unerwünschtes „Flackern“ oder Prellen des Sensors zuverlässig zu unterdrücken.
Bitte beachten Sie: Wenn mehrere unterschiedliche Events im System genutzt werden, kann ein gesetztes Delay am Hardware-Trigger dazu führen, dass andere Events den verzögerten Trigger in der Event-Queue überholen – selbst wenn das physische Signal früher anlag. Grund ist die sequentielle Abarbeitung und die zeitlich spätere Freigabe des verzögerten Events.